EXCERPTS FROM NATIONAL AND INTERNATIONAL PUBLICATIONS
REVIEWS & INTERVIEWS
1. Excerpts from national and international publications
”Cristina Radu seems to be an ideal Donna Elvira. Her vocal qualities together with her intelligence guide her to versatility in every musical score she performs. Her success as a mozartian dramatic soprano is only to certify a brilliant career debut.” (Valentina Sandu-Dediu – “Youth in profile. Composers and sopranos” – “Romania literara” nr.25/ 25 June – 1 July 2003, Bucharest)
”But it is over the characters of Clorinda in Cenerentola and Norina in Pasquale that the magician’s wand has passed, for both are played by Cristina Radu. When, in the near future, La Radu is being fought over by La Scala, the Met and Covent Garden, we happy few in Malvern will be able to say: Ah, but we saw and heard her first.” (Henry Ford – “La Radu – we saw her first” – Herefordshire 2 June 2004) http://archive.thisisherefordshire.co.uk/2004/5/27/18489.html
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”As Leila, the young soprano Cristina Radu gave her best performance by now, demonstrating that she is permanently concerned with improving her technical condition, as an indispensable support for valuing and complete affirmation of her vocal qualities: an attractive colour voice, with a precious cover and éclat of the whole register.” (Costin Popa – ”Drawing with arms” – “Melos” – March 2005, Bucharest)
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”For the voice of the soprano Cristina Radu, it is the time for a more ample bevy. The most appreciated soloist of the Brasov Opera has, by stateliness and naturalness of her singing, the capacity to confront with important Mozart’s roles: Fiordiligi, Donna Elvira to whom she pointed her attention. Surrounded by the public’s affection, the ascension of her career reveals the valences towards an undoubted success, for which she is, intelligently and willingly, heading to.” (Grigore Constantinescu – “Adevarul”, Bucharest 2 July 2005)
”Die Rolle seiner Gemahlin (Grafin Almaviva) sang Cristina Radu. Bei ihrem innig gesungenen Selbstmitleid am Beginn des zweiten Akts, die Cavatine ‘Porgi amor’, wusste sie mit wohlklingendem Sopran den Opernsaal zu fullen. Besonders schon waren das Brief-Duett ‘Che soave zefiretto’ im dritten Akt.” (Georg Kirschner – “Die Hochzeit des Figaro” – Waldkraiburger Nachricker 11.05.2006)
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”Gut besetz war die Rolle der Donna Elvira, die Don Giovanni liebt und von ihm aufs Ubelste getauscht wird mit Cristina Radu. Sie gab der Figur ein wurdevolles Profil und eine klare Stimme.” (Gabriele Muller – Leonberger Kreiszeitung 13.05.2006)
„Sehr erfreulich war auf die Vorstellung von Cristina Radu als Margarete. Äußerst agil und emotional spielte sie das unschuldig liebende Mädchen und die Betrogene bis hin zu Verzweiflung und Wahnsinn. Dabei gefiel auch ihre schöne Sopranstimme sehr gut, so zum Beispiel in ihrer differenzierten Interpretation der Arie am Spinnrad, den mit Leichtigkeit ausgeführten Koloraturen in der Juwelen-Szene und auch den bezauberenden Liebesduetten mit Faust. In der Schlussszene schließlich präsentierte sie sich mit kraftvoller Stimme nochmals als große Opernsängerin könnte. Alles in allem also ein gelungener, packender Opernabend, für den es zum Schluss viel Beifall gab.” – (Pirmasens, march 2011 – „Packende Oper mit schönen Stimmen. Gounods „Faust” in gekürzter Fassung glänzt besonders durch die Gesangsleistung”).
2.Reviews & Interviews
Henry Ford – “La Radu – We saw her first” (Henry Ford – in Hereford Times/ Herefordshire 2004)
Christine Chiriac – “Wahre Kunst ist lebendig”. Ein Gespräch mit Opernsängerin Cristina Radu (interviu publicat in Karpatenrundschau – Kronstadter Wochenschrift, 11.11.2010)
Kurt Feichtinger – “Starkes Ensemble im Bilderbuch. Der Star ist die Musik: Die Staatsoper Brasov spielt Charles Gounods “Faust” im Haus der Kultur” (OVB online, 30.03.2011)
Christine Chiriac – Ein Event an der Kronstädter Oper – Cristina Radu gab in „La Traviata“ souveränes Debüt – ADZ Allgemeine Deutsche Zeigtung, Sammstag 28.04.2012

Herefordshire | Archive | 2004 | May | 27
La Radu – we saw her first
DASHING, exuberant, the Romanian State Opera Brasov brought joy to audiences at Malvern Theatre.
The company’s title has rich implications of divas and maestros travelling in wagon-lits. In fact, these highly talented, very professional musicians arrived in a bus – a pretty sleek one, though.
There is democracy in casting, too: Principal parts distributed over a season, the line between principal and support very flexible. Rather than grand opera, they chose to cheer us up with Rossini and Donizetti, in their lightest mood. Opera buffa, indeed, and the Romanians, quite rightly, do not hold back on the buffoonery. In fact, they don’t hold back at all. Cenerentola and Pasquale are both driven along at a gallop; and this is the pace that opera buffa, like farce, demands.
Equally this makes demands on the cast in terms of timing and ensemble work, which were unfailingly met. The sextet in the second act of Cenerentola is taken at a death-defying, daredevil pace that had me on the edge of my seat. The languor of the love scenes – first meeting of Prince and Cenerentola, serenade in Pasquale – is the more touching by contrast.
Choruses prance among scenery that makes a witty lot out of the little a foreign touring company can carry. Magnifico and Pasquale are buffoons painted with a broadbrush; Dandini and Malatesta suave as you like in appearance and voice.
But it is over the characters of Clorinda in Cenerentola and Norina in Pasquale that the magician’s wand has passed, for both are played by Cristina Radu.
When, in the near future, La Radu is being fought over by La Scala, the Met and Covent Garden, we happy few in Malvern will be able to say: Ah, but we saw and heard her first.
Henry Ford
Wahre Kunst ist lebendig
WAHRE KUNST IST LEBENDING (Karpatenrundschau – Kronstadter Wochenschrift, 11.11.2010)
Ein Gespräch MIT OpernsängerinCristina Radu
Die Sopranistin, die früher Violin- und Klavierunterricht genommen hat und sich als Mitglied des Kinderchors des Rumänischen Rundfunks Bukarest mit den Auslandstourneen gewöhnen konnte, ist stets um Perfektionierung bemüht und schont sich kaum wenn es um das Üben und Lernen geht. Sie konzentriert sich zurzeit auf die Proben für die Premiere des „Faust“ von Gounod (27. November in Kronstadt) und auf die Erweiterung ihres Repertoires auf Puccini- und Verdi-Opern. Für Cristina Radu ist aber nicht nur die makellose Stimme und der sensible und selbstsichere Auftritt sehr wichtig, sondern gleichermaßen eine gründliche Allgemeinbildung, auf die sie großen Wert legt. Sie liest sehr gerne, schaut lieber ausgewählte Kunstfilme als gewöhnliche Fernseh-Sendungen, besucht Ausstellungen, fotografiert selber und lässt sich aus Kunst-Alben inspirieren – z.B. von ihrem Lieblingsarchitekten A. Gaudi. Sie präsentiert sich als „Kronstädterin“, weil sie sich hier – wie sie sagt – sehr wohl fühlt. Das Kronstädter Publikum kennt Cristina Radu auch von der Erstaufführung in Kronstadt des Requiems von Nicolae Bretan in der Schwarzen Kirche (2009), vom Abschlusskonzert des diesjährigen „Diletto musicale“ in Tartlau oder als Solistin in den Bach- und Vivaldi-Werken die vor Kurzem in der Schwarzen Kirche im Rahmen der „Musica Coronensis“ erklungen sind (mehr Infos sind auf ihrem Blog cristinaradus.wordpress.com einsehbar). In einem Interview mit KR-Redakteurin CHRISTINE CHIRIAC stellt sich Cristina Radu vor.
Wie hast du dich entschlossen, Sängerin zu werden?
Das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. In meiner Familie hat man immer gerne musiziert und als Kind sang ich überall, wo ich nur konnte.
Nach acht Jahren Violine merkte ich jedoch, dass es nicht einfach ist, so viele Stunden am Tag zu üben; das Instrument machte mir zwar Spaß, aber meine größte Leidenschaft blieb das Singen. Mit dem Kinderchor des Rundfunks bin ich durch die ganze Welt gereist, was mich nicht nur musikalisch bereichert hat. An ein Konzert kann ich mich noch sehr gut erinnern, es hat mich zutiefst geprägt: wir sangen Orffs „Carmina Burana“ unter der Leitung von Horia Andreescu in Bukarest. Beim Fortissimo hatte ich den Eindruck, dass die Bühne vibriert, es war atemberaubend! In dem Augenblick wusste ich, dass ich mein ganzes Leben lang Musik machen will.
Hast du einen Lieblingsmaler?
Ja, aber ich finde, dass diese Hierarchien nicht immer zutreffend sind. Mein „Lieblingsmaler“ ist der russische Porträtist Ilja Repin, für die Art und Weise, wie er die Psychologie seiner Figuren hervorhebt. Oft studiere ich ihn gezielt, um die Mimik für meine Opernrollen zu gestalten. Ich lerne diesbezüglich sehr viel von den bildenden Künstlern, selbstverständlich auch von den Schauspielern und nicht zuletzt von den Menschen auf der Straße. Der Kontakt zu der jeweiligen Epoche und zu inspirierenden Menschen ist genauso wichtig in der Vorbereitung einer Opernrolle, wie das rein musikalische Üben.
Welche Opernrollen sind dir am nächsten?
Eine meiner Lieblingsgestalten, mit der ich mich identifizieren kann, ist Tatjana aus „Eugen Onegin“. Desgleichen gefällt mir Madame Butterfly. Ich bevorzuge die dramatischen Opern, in denen die Gestalten ihre ganze Leidenschaft, ihr inneres Leben auf die Bühne bringen und nie „lauwarm“ sind. Von den Opern, die ich bislang gesungen habe, gefällt mir Mozart ganz besonders – so z.B. die komplexe, Gegensätze vereinende Donna Elvira aus „Don Giovanni“, die ich im Laufe der Zeit in mehreren Inszenierungen gesungen habe. Leider wird die Musik von Komponisten wie Mozart oder Bach oft sehr trocken und schematisch wiedergegeben, unter dem Vorwand „stilgerecht“ zu bleiben. Der Stil muss aber mit Leben gefüllt sein! Eine phantasielose Interpretation „dem Stil zuliebe“ überzeugt mich nicht. Regeln und Technik sind nur die Basis, nicht das höchste Ziel einer guten Musik.
Welcher Gesanglehrer hat dich am meisten beeinflusst?
Ich hatte mehrere Lehrer, von denen ich viel lernen konnte. Die große Intelligenz eines Künstlers ist meiner Meinung nach sein Unterscheidungsvermögen, die Kapazität zu wissen, was für ihn gut und künstlerisch wirklich wertvoll ist, und was eben nicht. Ansonsten verliert man viel Zeit mit unnützen Übungen und schwachen Büchern. Man muss wissen, was lernenswert ist. Für unterschiedliche Stimmen kann gewiss nicht die gleiche Singtechnik richtig sein: zu einem Sänger wird sie perfekt passen, dem anderen kann sie sogar schaden. Lehrer sein ist eine schwierige und anspruchsvolle Kunst an sich. Ileana Cotrubas, bei der ich mehrere Meisterklassen besucht habe, besitzt ein unglaubliches Charisma und kann unheimlich glaubwürdig jede Operngestalt spielen – eine bezaubernde Persönlichkeit und eine Pädagogin mit sehr hohen Ansprüchen.
Wie wurdest du „Kronstädterin“?
Vor meinem Debüt in der Bukarester Oper als „Donna Elvira“, hat mir Felicia Filip ein wenig mit dem Einstudieren der Rolle und der Regie geholfen. Der Kronstädter Operndirektor Cristian Mihailescu, ihr Mann, verfolgte mein Debüt aus dem Publikum. Er kam nach der Vorführung zu mir und sagte, er organisiere bald eine Hörprobe in Kronstadt. Ich sang dort vor und wurde in das Ensemble aufgenommen. Hier in Kronstadt wurde viel Vertrauen in mich investiert: ich erhielt von Anfang an große Rollen – eine sehr willkommene Herausforderung, obwohl manche meinen, dass man zuerst eben durch Nebenrollen sehr viel zu lernen hat. Ins Kronstädter Ensemble konnte ich mich sehr schnell integrieren: die meisten Kollegen sind etwa in meinem Alter, die Stimmung ist sehr warm und offen. Cristian Mihailescu ist ein origineller Regisseur mit sehr modernen Ideen, und motiviert uns Sänger, unsere mentalen Barrieren zu überwinden. Er hat dabei Recht denn in der modernen und zeitgenössischen Oper ist auch gutes Schauspiel ein absolutes Muss.
Wie kam es zu den Konzerten in der Tartlauer Kirchenburg und der Schwarzen Kirche?
Weil wir gerade von Lehrern sprachen… Ich begeisterte mich schon seit Jahren für alte Barock- und Renaissance-Musik, ohne jedoch diesbezüglich ein „Training“ zu haben, bis ich nach Kronstadt kam. Von Steffen Schlandt konnte ich enorm viel auf diesem Gebiet lernen. Seit meinem ersten Jahr in Kronstadt besuchte ich Konzerte in der Schwarzen Kirche, unter Anderem fast alle Auflagen der „Musica Coronensis“, nicht nur als Konzertgängerin, sondern auch als Kulturkorrespondentin des Rumänischen Musikrundfunks. Wenn ich im Publikum sitze, kann ich mich vom Geschehen auf der Bühne distanzieren und sehe alles objektiver und kritischer. Dann fallen mir die besten Ideen ein. In der Schwarzen Kirche, deren musikalisches Leben ich zuerst „von draußen“ kennengelernt habe, sang ich dann zusammen mit Adrian Marcan und mit Steffen Schlandt das Requiem von Nicolae Bretan. Dann folgten „Diletto musicale“ und „Musica Coronensis“. Es war mir eine Ehre und eine Freude, denn ich schätze die niveauvollen Konzerte in der Schwarzen Kirche. Sie ist ein musikalischer Mittelpunkt für die Stadt. Am 21. November findet hier unser nächstes Konzert statt, mit Mahlers Kindertotenlieder.
Würdest du gerne Wagner singen?
Ich habe schon die Wesendonck-Lieder mit der Philharmonie in Sofia gesungen. Es war mein erster direkter Kontakt zu Wagner. Seine Musik setzt eine riesige Stimme sowie gute psychische und physische Form voraus. Ich habe manche seiner Arien einstudiert, habe sie aber noch nicht vor Publikum gesungen: sie sind sozusagen auf der Warteliste. Während der Hochschuljahre organisierte ich Wagner-Abende mit Kollegen aus meinem Jahrgang. Wir analysierten Leitmotive, hörten Einspielungen an und verglichen sie, lasen Libretti, diskutierten. Es war faszinierend.
Darf man schon im Voraus wissen, wie die Faust-Inszenierung gestaltet ist, an der ihr jetzt in der Oper arbeitet?
Es wird eine multimediale Aufführung sein, einerseits mit Live-Projektionen – es werden beispielsweise Details der Mimik und Gestik der Sänger hervorgehoben, andererseits werden quasi als „Bühnenausstattung“ Bilder gezeigt, die in der Stadt gefilmt wurden. Der Hintergrund der Kirchenszene ist in der Schwarzen Kirche gefilmt, mittelalterliche Gassen aus unserer Stadt wurden ebenfalls in die Regie aufgenommen. Alles hat eine wunderbare einheimische Farbe. Mit dieser Kronstadt-Inszenierung werden wir im Frühjahr auf Tournee nach Deutschland und Österreich fahren.
Wie bereitest du deine Rollen vor – beispielsweise jetzt Margarethe?
Abgesehen vom Üben, dokumentiere ich mich aus allen möglichen literarischen und musikalischen Quellen. Man muss sich auf der Bühne gleichzeitig auf Interpretation, Technik, Text, Schauspiel konzentrieren. Immer wenn man ein Stück zu singen beginnt, sollte man von Anfang an die Gesamtvision vor Augen (oder im Gehör) haben, sowie die Kohärenz der Operngestalt. Das alles beherrscht man meistens nicht von der ersten Vorführung einer Oper – man lernt es im Laufe der Zeit. Ich experimentiere sehr gerne. Es ist kein einfacher Weg, denn man ist oft unsicher, ob man nun die richtige Variante verwendet hat. Man schreitet wie in unbekannte Gebiete voran, aber es macht Spaß. Andererseits ist es schlecht, wenn man nur experimentiert, um zu schockieren. Es schadet dem Sinn der Opernaufführung und letztendlich auch dem Publikum, das man als wirklich wertvoller Künstler erziehen kann. Es gibt stets mehrere vollwertige Interpretationsmöglichkeiten eines Werkes – das macht die Kunst so interessant.
Christine Chiriac – Ein Event an der Kronstädter Oper – Cristina Radu gab in „La Traviata“ souveränes Debüt – ADZ Allgemeine Deutsche Zeigtung, Sammstag 28.04.2012 (http://www.adz.ro/kultur/artikel-kultur/artikel/ein-event-an-der-kronstaedter-oper/)
Articol Traviata -ADZ 11Kultur27April (pdf)
Bald sind 160 Jahre vergangen, seitdem Giuseppe Verdis „La Traviata“ uraufgeführt wurde, doch nimmt das Meisterwerk weiterhin einen Spitzenplatz in den Herzen des Opernpublikums ein – das zeigt sich u. a. an den prallvollen Sälen weltweit. Auch in Kronstadt/Braşov waren die Karten bereits zwei Wochen vor der Aufführung am vergangenen Samstag ausverkauft – für ein rumänisches Operntheater außerhalb der Hauptstadt dürfte das die Ausnahme sein. Der Publikumsandrang ist der aktiven und professionellen Öffentlichkeitsarbeit des Opernhauses zu verdanken, sowie in erster Linie der Top-Besetzung – schon seit Jahren bemüht sich die Oper am Fuße der Zinne um wertvolle Solisten im eigenen Ensemble und um namhafte Gastsänger. Auch eine wichtige Neuerung in der Inszenierung, die schon lange im Voraus angekündigt worden war, dürfte das Publikum aufmerksam gemacht haben: Neue Kostüme und ein neues Bühnenbild wurden am 21. April „eingeweiht“.
Die Szenografin Rodica Garştea, die für Kleidung und Dekor verantwortlich zeichnet, erwies sich als Kennerin der Epoche: Die Salons von Violetta Valéry und Flora Bervoix strahlen Wohlstand und Geschmack aus, die Terrasse außerhalb von Paris (im zweiten Akt) ist auch für das Auge ein ruhiges, erholendes Intermezzo – passend zum einzigen glücklichen Zwischenspiel im Leben der Hauptgestalten, im Finale sind das Schlafzimmer mit dem Sterbebett Violettas simpel und würdig, eine diskrete Kulisse die das tragische Geschehen in den Vordergrund rücken lässt. Die prachtvollen Kostüme sind mit der klassischen Inszenierung des Regisseurs Dumitru Tăbăcaru in völligem Einklang.
Und nun zu den Solisten: Cristina Radu gab ein glanzvolles Debüt als Violetta Valéry. Ihre elegante Bühnenpräsenz und die bemerkenswerte schauspielerische Begabung wurden ergänzt von einer bis ins Detail durchdachten Evolution der Figur Violettas – von der Edelkurtisane im ersten Akt zur treuen Verliebten im zweiten und schließlich zur verlassenen, von Krankheit und Trostlosigkeit gequälten „Traviata“ (deutsch „die vom Wege Abgekommene“), die um Erlösung bittet und ihr Ende doch umgeben von ihren Liebsten findet. Cristina Radu zeigt sich nicht zum ersten Mal als große Sängerin und Schauspielerin tragischer Szenen – auch als Margarethe in Gounods „Faust“ gelang ihr vor eineinhalb Jahren eine elektrisierende Darbietung der zwischen „gerichtet“ und „gerettet“ kämpfenden Seele. Stimmlich war der Auftritt der Sopranistin wie immer von der ersten bis zur letzten Note wohlüberlegt und gefeilt, voller Energie und mit beeindruckendem technischem Können. Sie verspricht, eine repräsentative Violetta Valéry zu werden – und arbeitet gewiss verstärkt auch im Sinne einheitlicher Stimmregister. Denn eins muss man noch hervorheben: Sie kann wirklich alles singen. Innerhalb weniger Monate vor „La Traviata“ hat sie unterschiedlichste Opernrollen wie Micaëla (Bizet – „Carmen“), Mimì (Puccini –„La bohème“), Cherubino (Mozart – „Die Hochzeit des Figaro“) übernommen, in der Operette als Gräfin Maritza (Kálmán) debütiert und Mozarts Motette „Exsultate, jubilate“ in der Schwarzen Kirche gesungen. Es folgen Lieder von Berlioz im Rumänischen Athenäum (3. und 4. Mai, 19 Uhr) sowie von Brahms und Debussy im Kronstädter Deutschen Forum, im Rahmen der Apollonia-Hirscher-Preisverleihung (7. Mai, 17 Uhr).
Marius Manea war ein durchaus glaubwürdiger Alfredo Germont, doch stimmlich hörbar indisponiert, vor allem im ersten und teilweise im zweiten Akt. Seine wunderbare Stimmfarbe und die beeindruckende Kraft (Wärme plus Lautstärke) kamen dann während der Ballfeier bei Flora – in den wütenden Momenten und bei der Szene „Di sprezzo degno se stesso rende…“ –, sowie im Finale sehr schön zur Geltung. Marius Manea erfreut sich zu Recht landesweiter Anerkennung und hat wichtige Auslandsauftritte, sogar als Bühnenpartner von Angela Gheorghiu. Man kann sich nur wünschen, dass er seiner außergewöhnlichen stimmlichen Gabe entsprechende Sorgfalt und Verantwortung entgegenbringt.
Adrian Mărcan war in Hochform – seine königliche Darbietung des Giorgio Germont brachte ihm Ovationen auf offener Bühne nach jeder Szene, verstärkt nach der meisterhaft gesungenen „Di Provenza il mar, il suol“. Die väterliche Rolle machte er sich nicht nur schauspielerisch, sondern auch stimmlich zu eigen – er war imposant, unerbittlich, zum Schluss sensibel und reuevoll. Die Kernigkeit und Strahlkraft in seinem Timbre sind von beispielhafter Technik gepaart – man kann sich auf mehr Verdi von ihm nur freuen.
Auch der Chor der Kronstädter Oper war überzeugend im Gesang und im Schauspiel – man merkt ihm die professionelle Chorleitung (Diana Bâldea) an, sowie die Arbeit an der szenischen Bewegung (Nermina Damian). Aus dem Ballettensemble erhielten Iulia und Dorin Coşeriu reichen Applaus. Sehr gelungene Momente gab es in der Orchesterbegleitung – um nur zwei zu nennen: die Explosionen unter „Amami, Alfredo“ oder die tröstend-weinende Klarinette während Violetta ihren Abschiedsbrief schreibt. Der junge Dirigent Traian Ichim weiß genau und „en détail“, wie er die gesamte Musik gestalten will, nur sollten die Musiker immer prompt antworten und die eventuellen Unsicherheiten überwinden. Fazit: ein Event. Wir sind gespannt auf das Wochenende 28.-29. April, mit „L’elisir d’amore“/„Der Liebestrank“ von Donizetti, bzw. „Wiener Blut“ von Strauß.




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